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Die Moppedwerkstatt

Um was geht es?

Hier findet Ihr in loser Folge aktuelles, belangloses oder interessantes zur Moppedwerkstatt.

Nikolaus

Moppedwerkstatt Posted on Thu, December 06, 2018 14:30:53

Heute ist Nikolaus. Auf dem Weg zur Werkstatt hörte ich im Auto, wie fast
jeden Morgen, SWR1. Ihr wisst schon, den regionalen Oldiesender. Man
kann sehr zuverlässig davon ausgehen nach Einschalten des Radios
innerhalb der nächsten 60 Minuten einen Titel von Joe Cocker, Tina
Turner oder Bruce Springsteen dargeboten zu bekommen. Oft auch von
allen drei.

Jedenfalls wurde dort heute früh davon berichtet wie ein Kollege los zog und zufällig ausgewählte Paketzusteller mit einer kleinen Überraschung
bedachte, um ihnen auch mal einen Dank für ihre Arbeit auszusprechen. Nette Idee , dachte ich noch so bei mir.

Keine vier Stunden später war meine Gemütslage eine völlig andere. Es
begann mit dem Zusteller von UPS. Seit ich Pakete per UPS geliefert
bekomme hat der biblische Ausspruch, dass ein jeder sein Päcklein zu
tragen habe, für mich eine völlig neue Bedeutung.
Der Fahrer, der die Tour die ersten gut 9 Jahre gefahren ist, war von einer fast schon faszinierenden Gleichgültigkeit seiner Aufgabe gegenüber.

Außerdem beschränkten sich seine Deutschkenntnisse im Wesentlichen auf den Satz: „Diese Mann da“, vorgetragen mit einer Geste des freien
Armes in eine unbestimmte Richtung. Zunächst konnte ich nicht
folgen, erkannte aber dann einen fragenden Unterton im Vortrag und
schloss daraus (richtigerweise), dass die Frage zum Ziel hatte heraus
zu finden ob „diese Mann“ (also die Firma meines Nachbarn) heute
geöffnet habe (also „da“ sei) und er das Paket dort abgeben
könne, oder ob ich anderenfalls vielleicht so freundlich wäre die
Sendung entgegen zu nehmen und dann weiter zu reichen.

Insgesamt war der Umgang mit dem Herrn sehr anstrengend. Hin und wieder hat man ja auch eine Frage an den Zusteller, und meine Kenntnisse
afrikanischer Sprachen oder auch des Französischen (das hätte
funktionieren können, seinem Akzent nach zu Urteilen) sind
bestenfalls rudimentär. Gut, ist vielleicht auch mein Fehler.

Jedenfalls wurde er vor ein paar Monaten abgelöst durch einen anderen Fahrer.
Dessen Deutschkenntnisse sind immerhin schon deutlich besser, aber es
konnte ja auch nur aufwärts gehen.

Zum Ausgleich für seine Sprachkenntnisse ist sein Intellekt… nun ja…
den tiefen Teller hat er nicht erfunden, sagen wir mal so.

„Aber einen Führerschein kriegen sie irgendwie alle“, wie die Mutter
einer Bekannten mal so treffend bemerkte. Der Mann fragt immer noch
jeden Tag nach meinem Namen und der Hausnummer, warum weiß nur er.

Ich versuche ja schon, UPS zu meiden. Aber heute hatte ich eine
Rücksendung zum Lieferanten, und das ging nur über UPS. Zumindest
kostenfrei, und ich bin ja schon lange genug bei den Schwaben 🙂

Jedenfalls wusste ich, dass ich zwischendurch nicht da sein würde und habe deswegen die Rücksendung in die Kiste vor der Tür gelegt. Auch so
ein Drama, bis die Paketdienstler mal den Sinn der Kiste begriffen
hatten waren in Berlin schon zwei Startbahnen fertig…

Ich war dann doch da als er kam, und sah vom Schreibtisch aus über die
Überwachungskamera, dass er die Lieferung tatsächlich in die Kiste
legt. Die Rücksendung, versehen mit einem Rücksendeschein (extra
nach oben gedreht) und einem Din-A 4 Zettel mit dem Text „Retoure!“,
fett und in Buchstabengröße 180 gedruckt, lies er jedoch dort liegen.

Ich habe ihn gerade noch erwischt bevor er wieder ins Auto stieg…

Er war ziemlich überrascht das ich von ihm erwartet hatte die
Sendung an sich zu nehmen: „Ach, soll ich Paket mitnehme??“ Dann
die gewohnte Frage: „Ihre Name?“ Ich habe ihm meinen Namen verraten…

Kurz später, ich bin beim Nachbarn. Dem fällt ein, das er Post für mich
hat. Die Postboten hier (es sind verschiedene) heben sich zum Teil
nicht deutlich von den Paketdienstlern ab. Die guten, die zwischendurch mal überraschend auftauchen, verschwinden in der Regel nach ein paar Monaten wieder. Keine Ahnung was mit denen passiert.
Aus irgendwelchen Gründen kontrolliert jedenfalls der Nachbar seinen Briefkasten wohl nicht regelmäßig, was ich für einen Gewerbebetrieb gewagt finde. Aber sei es drum, muss er ja wissen.
Jedenfalls hielt ich kurz darauf drei Sendungen an mich in der Hand, die bei ihm gelandet waren: ein Zeitungsverlag wollte mir Anzeigen offerieren für eine Ausgabe die Anfang November zur Auslieferung kam (ich sagte bereits, heute ist Nikolaus…), das Finanzamt hat mir Ende Oktober meine neue Steuernummer zugesendet und Conrad Elektronik wollte Werbung los werden. Die Angebote waren auch schon älter.

Was ist so schwer daran, die Buchstaben auf dem Poststück mit denen auf
den Briefkästen zu vergleichen und dann richtig einzuwerfen? Hier hängen nicht vierhundert Briefkästen, sondern vier. Und die auch noch nach  Eingängen getrennt.

Aber passend dazu habe ich gestern den Schluss einer Dokumentation über
das Ende des Steinkohlebergbaus gesehen. Ich bin zwar nicht auf Kohle
geboren, wie es so schön heißt, aber doch groß geworden. Das Thema beschäftigt mich also schon auch. Einer der Ex-Kumpel führte aus, wie das auch war auf dem Pütt: „Ich sach ma die, die ‘n bisken schlichter waren, die haben wir ja auch durchgeschleppt. Die haben dann eben den Gang gefeecht den ganzen Tach, aber die hatten wat zu tun. Und gezz? Wo gehen die ganzen Schlichten denn gezz hin?“

Heute Mittag schloss sich dieser Kreis für mich überraschend….



Er lebt noch…

Moppedwerkstatt Posted on Tue, November 20, 2018 09:19:56

Nach langer, langer Zeit mal wieder ein Eintrag im Blog der
Moppedwerkstatt.
Ich werde versuchen ihn weiter am Leben zu erhalten.
Dieses Jahr war irre viel zu tun in der Werkstatt, so das so ziemlich
alles andere liegen geblieben ist.

Hier mal was das zunächst nichts mit dem Alltag in der Moppedwerkstatt
zu tun hat, mich aber dennoch mit dem Kopf schütteln lässt.

Ein kurzer Abriss der aktuellen Lage:

Staat (im Folgenden „S“): „Hey Autoindustrie, ich habe mal ein paar
Gesetze und Verordnungen erlassen um Dich ein wenig im Zaum zu
halten!“

Autoindustrie (im Folgenden AI): „Pffft… mir doch egal. Ich mache sowieso was ich will!“

S (wedelt mit dem Zeigefinger): „Du, Du, Du… das ist jetzt nicht
nett. Aber ich wollte Dich nicht erschrecken. Zur Wiedergutmachung
hast Du hier ein paar verkaufsfördernde Maßnahmenpakete von uns!“

AI: (grinst….)

Gemeinnütziger Verein (im Folgenden DUH): „Hey Leute… geht’s noch? Wozu gibt es Gesetze?“

S und AI (im Chor): „Wo kommst du denn jetzt her? Aber erzähl’ Du
nur, ist uns Schnuppe.“

Währenddessen die Bevölkerung: sitzt desinteressiert auf dem Sofa.

DUH: „Hallo Gericht! Tu mal was! Die beiden veralbern uns!“

Gericht: „Also Ihr zwei, so geht das nicht. Ihr müsst Euch schon irgendwie
an Recht und Gesetz halten. Lasst Euch mal was einfallen, sonst muss ich Maßnahmen ergreifen!“

Währenddessen die Bevölkerung: versteht nur „Fahrverbot“ und beginnt, unruhig auf dem Sofa hin und her zu rutschen.

S: „Wir müssen was tun!“

AI: „Wir müssen was tun!“

S und AI (im Chor, mit Dackelgesicht): „Wir haben eingesehen das es so nicht weitergehen kann. Wir beraten und dann tun wir was. Versprochen!”

Kurze Zeit später. S und AI (im Chor:) “Wir haben eine ganz tolle Lösung gefunden. Wir schießen ab sofort mit vereinten Kräften gegen die DUH!!“

Währenddessen die Bevölkerung: kriegt ob der ganzen Farce endlich den Hintern vom Sofa und startet eine Petition.

Gegen den Verein, der den Finger in die Wunde gelegt hat.

Deutschland.
Kann man sich nicht ausdenken.



“lustige” Ideen

Moppedwerkstatt Posted on Mon, January 22, 2018 17:22:47

Heute Abend gehe ich
mal essen. Vielleicht einfach gutbürgerlich, ich hätte mal wieder
total Lust auf Schweinebraten und Knödel. Das Fleisch bringe ich
natürlich mit und drücke es dem Restaurantbesitzer gleich in die
Hand. Habe ich nämlich die Tage im Internet bestellt. War auch nicht
billiger als im Restaurant, aber das war mir egal weil es so schön
bequem war. Das Bier zum Essen braucht er auch nicht selber zapfen,
er soll mir ein nur Glas geben. Bier habe ich nämlich auch dabei,
ich bin ja nicht blöd! Und wenn das Fleisch oder das Bier dann doch
nicht so doll waren soll er sich doch damit herumärgern, ich habe es
ja schließlich schon besorgt.

Klingt abgedreht?
Ja, ist aber das tägliche Szenario in der Werkstatt. Nicht nur bei
mir, es geht eigentlich allen so.

Man fragt sich
schon, was in manchen Menschen so vorgeht. Ich mache das hier ja
nicht (nur) um mich selbst zu verwirklichen. Und nur von der
Arbeitszeit kann man mit einer Werkstatt nun mal nicht überleben.

Ich will ja jetzt
gar nicht auf die Schiene „kauft nix bei Amazon“. Mache ich
selber oft genug, immerhin verbunden mit einer Spende an einen Verein
meiner Wahl. Das geht übrigens ganz einfach über smile.amazon, aber
das nur am Rande.

Aber es wäre doch
schön, wenn wir alle öfter mal darüber nachdenken würden von was
die Werkstatt, die Bücherhandlung, der Restaurantbesitzer… kurz
alle, die eine Kombination von Dienstleistung plus Ware anbieten
leben sollen. Und wie wir das an deren Stelle sehen würden. Und ob wir nicht das, was wir (vermeintlich) an der einen oder anderen Stelle mehr ausgeben woanders mehrfach zurück bekommen, weil zum Beispiel der Restaurantbesitzer eher mal bereit ist den Nachtisch nicht zu berechnen, die Buchhändlerin den goldenen Lesetipp hat oder der Meister in der Werkstatt nicht jede Viertelstunde berechnet, einfach weil wir alle nett zueinander sind und ein ganz klein wenig weiter denken als bis zur Nasenspitze.

Zum Glück gibt es
auch eine ganze Menge andere, sehr oft höre ich nur: „Ich brauche
dies, das und jenes. Mach mal bitte.“ Ohne jede Nachfrage nach dem
Preis, was natürlich auch gewagt sein kann – außer in der
Moppedwerkstatt natürlich 🙂

Eigentlich wollte
ich noch mehr schreiben heute. Aber bei dem Dauerregen draußen
fallen mir irgendwie nur Depri-Themen ein, und ich will nicht das Ihr
denkt ich sei negativ 🙂

Außerdem will ich
pünktlich Feierabend machen. Die beste aller Frauen kocht nämlich
heute, ich muss also gar nicht essen gehen 😉

Vielleicht verrate
ich beim nächsten mal ob es wirklich Schweinebraten gegeben hat.

Bis dahin…



Vorsätze und so

Moppedwerkstatt Posted on Sun, December 24, 2017 12:53:03

Jetzt ist ja schon
wieder Weihnachten bzw Sylvester, traditionell die Zeit um gute
Vorsätze für das kommende Jahr oder gleich die gesamte persönliche
Zukunft zu fassen. Da will ich natürlich nicht außen vor bleiben
🙂

Das ganze Jahr über
komme ich ja kaum dazu mir Gedanken zu machen wie ich manche Dinge –
vor allem in der Werkstatt – ändern kann. Ich sehe immer nur, das
ich fast in Arbeit ersticke, die Umsätze steigen, die Erträge aber
nicht.

Jetzt könnte man ja
sagen, solange ich an meiner Spaß habe ist alles gut. Ist es aber
nicht, und ich habe eine Weile gebraucht um zu erkennen warum nicht.
Ich habe vor ein paar Monaten über Facebook einen Schrauber
kennengelernt, der komplett in seiner Arbeit aufzugehen scheint. Der
schickt mir gerne mal Abends noch Bilder von dem, was er gerade
schraubt. Auch mal so Dinger, bei denen ich froh bin das sie bei ihm
stehen und nicht bei mir…

So wie der war ich
auch mal, vor ein paar Jahren.

Ich habe überlegt,
was dazwischen passiert ist und kam dann drauf: der ist angestellt.
Ihm kann das egal sein, ob er nun eine Stunde mehr oder weniger
ertragreich arbeitet. Bei mir muss jede Minute eigentlich Kohle
bringen. Wenn man das im Hinterkopf hat (haben muss) bleibt der Spaß
an vielen Dingen schnell auf der Strecke. Mal eine Stunde in
irgendwas investieren das dann nicht bezahlt wird geht schlicht nicht
mehr, wenn der komplette Ertrag einer Werkstatt von einer Person
alleine erwirtschaftet werden muss. Auch deshalb stehe ich so auf die
Tage, wenn meine Aushilfe da ist. Da kann ich einfach mal ein paar
Minuten mehr meditativ Dichtung kratzen als sonst, weil er in der
Zeit Dinge weiter macht die Strom, Miete, Müllabfuhr… finanzieren.

Kurz gesagt, der
Spaß bleibt schnell auf der Strecke, wenn man davon leben muss was
man tut.

Ein anderer
Facebook-Freund hat neulich den Anstoß gegeben endlich mal einen
Punkt umzusetzen, den ich schon lange vor mir her trage: ich mache in
Zukunft nichts mehr, was ich nicht abrechnen kann.

Damit meine ich
jetzt nicht so Serviceleistungen wie mal eben eine Kette spannen wenn
ein Kunde auf den Hof kommt, einen Schluck Öl nachfüllen
zwischendurch oder „Kannst Du mal eben hören, da ist so ein
Geräusch“ oder so was. Sondern solche Dinge wie „Mei 50erle
lauft nemme recht, ´s ko aber net viel sein“. Das bedeutet nämlich
eigentlich IMMER, das ich ewig mit der Fehlersuche zubringe, am Ende
irgendwas bei acht Stunden abrechnen müsste (plus Teile natürlich),
alles über drei Stunden aber schon ein wirtschaftlicher Totalschaden
ist. Das sage ich dann dem Kunden, der schluckt und meint in neun von
zehn Fällen „Dann hole ich das Ding wieder ab“. Das dauert dann
gerne mal Wochen….

Deshalb ab 2018:
Keine Fehlersuche mehr bei 50er Rollern, das rechnet sich nicht. Und
nein, das rechnet sich auch nicht bei nicht-China-Fahrzeugen, da ist
das nämlich kein Stück besser.

Ich hatte neulich
ein längeres Gespräch mit einer Anwältin, die glaube ich ähnlich
gestrickt ist wie ich. Wir kamen zu dem Schluss das sich „soziale
Ader“ und „wirtschaftlichen Ertrag erzielen“ nur sehr schwer
vereinbaren lassen.

Ich versuche das
weiterhin, nur das der soziale Zweck in Zukunft öfter mal ich selber
bin 🙂

Aber insgesamt bin
ich zuversichtlich, das ich auch in 2018 bei der Arbeit in der
Moppedwerkstatt deutlich mehr Spaß habe als Ärger. Das mit dem
„nicht mehr ärgern“ klappt ja mit zunehmenden Alter immer
besser, wenn ich dann in ein paar wenigen Jahren in Rente gehe
verlasse ich die Werkstatt sicher als glücklicher Mensch 🙂

Ich wünsche Euch
allen ein frohes Fest und einen guten Start in das Jahr 2018. Vor
allem: bleibt gesund!



Gedanken auf dem Weg zur Arbeit

Moppedwerkstatt Posted on Wed, December 06, 2017 10:49:36

Immer wenn man denkt
man hätte schon alles gesehen kommt noch eine Überraschung. Ich
nehme morgens auf dem Weg in die Werkstatt in der Regel die
„schöne“ Strecke am Neckar entlang. Da kann ich prima vor mich
hinträumen, außer auf den kurzen Abschnitten in Hessigheim und vor
allem Mundelsheim (Mundelsheim ist ganz offenbar führerscheinfreie
Zone. Im Schnitt zweimal die Woche kommt aus irgendeiner Seitenstraße
jemand raus und fährt stumpf auf die Vorfahrtstraße, völlig egal
wie die Verkehrssituation da gerade ist). Die Alternativstrecke ist
zwar ein wenig kürzer, aber dafür auch sehr viel verkehrsreicher
und deshalb spare ich mir das meistens.

Jedenfalls, heute
früh rolle ich entspannt die ziemlich abschüssige Straße nach
Besigheim rein als die Ampel auf rot springt. Und neben mir macht auf
dem Radweg (!) ein Radfahrer eine Vollbremsung weil auch seine Ampel
rot wird. Und das obwohl in der Querstraße noch nicht einmal ein
Auto zu sehen ist. Und dann bleibt der Radfahrer auch noch
tatsächlich stehen bis seine Ampel wieder auf grün springt.

Bis heute früh war
ich sicher, so ein Szenario kommt nur in Propagandafilmen des ADFC
vor, weil Radfahrer normalerweise Ampeln nach meiner Erfahrung gar
nicht registrieren. Oder bestenfalls als buntes Beiwerk im
Straßenverkehr…

Ich habe mich dann
gefragt wie ich wohl reagiert hätte als Radfahrer. So alle paar
Jahre nutze ich nämlich auch das Fahrrad, und ja: das ist zu selten.
Mir fiel dann auf, das ich mich gar nicht erinnern kann mit dem Rad
schon jemals (seit ich vor ein paar Jahre wieder eines gekauft habe)
in die Situation „rote Ampel“ gekommen zu sein.

Weil Ampeln ja nicht
verschwinden sobald ich auf dem Fahrrad sitze habe ich dann folgende
Theorie entwickelt: Selektive Wahrnehmung hängt von der aktuellen
Situation ab.

So wie zum Beispiel
Männer beim Blick in den Kühlschrank die Butter nicht sehen (gut,
die gehört da auch nicht rein, aber das ist ein anderes Thema)
obwohl sie da ist. Ich selbst habe schon in den Kühlschrank fassen
müssen weil ich zwar wusste das
die Butter da drin ist, sie aber nicht gesehen habe. Schwarzes
Butterloch, sozusagen.

Die
Theorie hat noch ein paar Lücken, so erklärt sie zum Beispiel nicht
wieso einige wenige
Verkehrsteilnehmer entgegen der allgemeinen Tendenz auch beim
praktischen Gebrauch ihres Fahrzeuges nicht vergessen wo der Blinker
ist. Oder warum ich
manchmal sehe wenn meine Frau beim Friseur war, manchmal aber auch
nicht. Selbe Situation, selbe Frau, andere Reaktion.

Ich
glaube ich werde die bevorstehende ruhige Zeit nutzen um diesem
Phänomen mal auf den Grund zu gehen….



Er lebt noch….

Moppedwerkstatt Posted on Mon, November 20, 2017 11:20:34

Liebe
Freunde der Moppedwerkstatt,

nach
laaaaaanger Zeit mal wieder ein Beitrag im Blog.

Alles
gut bei Euch?

Der
Sommer war einigermaßen anstrengend und hat sehr viel Arbeit mit
sich gebracht, da bleiben so Dinge wie der Blog einfach mal liegen.
Im nächsten Schritt muss ich mal dafür sorgen, das die viele Arbeit
sich auch endlich auf dem Konto niederschlägt 😉

Hier
ist in der Zeit seit dem letzten Eintrag natürlich das ein oder
andere passiert, z.B. habe ich mein Ölsortiment von „alles
mögliche“ auf die Produkte von Liqui Moly umgestellt (bzw bin noch
dabei).

Ich
habe ein paar Arbeitsabläufe geändert, mit dem Ergebnis das ich
die Telefon- und Öffnungszeiten generell auf Nachmittags gelegt habe
und nun in Ruhe morgens schaffen kann.

Kleinigkeiten
sind auch neu, alle Post geht jetzt auf Recyclingpapier raus. Ich
habe nämlich gelesen, das für herkömmliches Papier die 2,5-fache
Menge an Wasser und Energie in der Herstellung anfällt. Und so ein
ganz klein wenig Nachhaltigkeit kann man ja ruhig mal anstreben.

Die
größte Änderung ist aber, das ich endlich jemand gefunden habe der
(zumindest über den Winter) einmal die Woche hier in der Werkstatt
aufschlägt und mich unterstützt. Auf diese Weise werde ich
hoffentlich die ganzen Langzeitprojekte und Aktionen, bei denen ein
50-Kilo-Motor raus muss, im Frühjahr erledigt haben und kann dann
durch die Werkstatt laufen ohne ständig denken zu müssen „Au
weia, DAS liegt ja auch noch an“.

Interessant,
was man bei der Anmeldung einer Aushilfskraft alles bedenken muss.
Ich habe das vorsichtshalber in professionelle Hände gelegt….

Slobo
– Ihr erinnert Euch, mein neuer vierbeiniger Mitarbeiter aus dem
Tierheim- macht sich auch super. Manchmal hat er allerdings so
Anwandlungen das er „seine“ Werkstatt verteidigen will. Kriegen
wir auch noch hin.

Das
Telefonproblem habe ich noch immer nicht ganz im Griff. Bisher war es
ja so, das mein Internet funktioniert hat, dass Telefon aber gerne
ohne weitere Meldung mal nicht. Ist doof, wenn ich hier gar nicht
erreichbar bin. Seit neuestem fällt auch gerne der Internetzugriff
aus. Ich habe den Router mal neu aufgesetzt, wenn es jetzt nicht
besser wird muss wohl ein neuer her. Der alte ist ja schon älter als
zwei Jahre, und wie sangen schon die Toten Hosen: Nichts ist für die
Ewigkeit.

Soweit
mal für heute. Ich versuche mich in Zukunft wieder weniger rar zu
machen, mal sehen wie es klappt.

Bis
dahin….



Zwischendurch

Moppedwerkstatt Posted on Mon, July 10, 2017 10:06:25

Nicht das Ihr den
Eindruck gewinnt, der Blog der Moppedwerkstatt existiert nicht mehr…

es ist nur ganz
einfach so, das ich nicht dazu komme mal ein paar Zeilen zu den
aktuellen Geschehnissen rund um die Werkstatt in die Tastatur zu
klimpern.

Dabei bewegt mich im
Moment so einiges.

Fehlende
Wertschätzung des Handwerkes (nicht in meinem speziellen Fall,
sondern ganz generell), nicht vorhandene Lobbyarbeit der
Motorradindustrie bei der Politik, Preisgestaltung in allen Bereichen
des Lebens, Erlebnisse von Unterwegs mit Autofahrern,
Motorradfahrern und „Bikern“, alternative Lebensentwürfe,
alternative Mobilitätsmöglichkeiten… das sind nur ein paar
Themen.

Das fällt mir gerne
mal auf dem Weg zur Arbeit morgens ein, aber da kann ich eben nicht
tippen. Bis ich dann am Schreibtisch sitze ist die Idee wieder weg.
Meistens, weil mich hier jeden Tag ein Haufen Arbeit erwartet, oft
verbunden mit Überraschungen. Und irgendwie geht die Arbeit hier
dann doch noch vor 😉

Aber in den ersten
drei Augustwochen mache ich Betriebsferien, und der feste Plan ist
bestenfalls zum Briefkasten leeren her zu kommen. Mal sehen ob es
klappt…

Also, liebe Freunde
der Moppedwerkstatt: bleibt mir gewogen (auch wenn es manchmal schwer
fällt) und habt Geduld. Demnächst kommt wieder mehr von mir… ganz
sicher 🙂



Sichtweisen

Moppedwerkstatt Posted on Mon, May 08, 2017 18:38:43

Neulich habe ich in
einem Facebook-Post darauf hingewiesen, das ich mit Arbeit
zugeschüttet werde, nicht mehr hinterher komme und deshalb bis
mindestens Christi Himmelfahrt einen Terminstopp habe. Das ich also
erst danach überhaupt wieder anfange Termine zu vergeben, weil ich
dann (hoffentlich) absehen kann wie ich es zeitlich hin bekomme.

Darauf gab es
verschiedene Reaktionen: mehr oder weniger konstruktive Hinweise
darauf, das ich Hilfe brauche (wusste ich irgendwie schon…) und wie
ich das anstellen könnte.

Und auch einen
Hinweis, auf den ich hier eingehen möchte. Da schrieb nämlich
Stephan Madener: „Luxusproblem!
Dennoch kann dauerhaftes Kundenabweisen irgendwann problematisch
werden.“

Jetzt
ist Stephan Maderner nicht irgendwer, sondern der Chefredakteur der
Zeitschrift „Bike und Business“. Abgesehen davon das es
mich
ehrt zu
wissen, dass
er sich die Zeit nimmt auf der Facebookseite einer Ein-Mann-Kapelle
wie der Moppedwerkstatt mit zu lesen und sogar zu kommentieren: hier
offenbaren sich völlig verschiedene Sichtweisen auf das Verhältnis
zum Thema „Mit/am Motorrad seinen Lebensunterhalt bestreiten“.

Ich
habe die Bike und Business abonniert, finde mich aber eigentlich nie
in irgendeinem Artikel oder einer Sichtweise wieder. Das fängt schon
damit an, das Händler durch die Bank nicht „Händler“ genannt
werden, sondern „Dealer“. Ich habe grundsätzlich kein Problem
mit Anglizismen, aber Dealer finde ich (vorsichtig gesagt)
unglücklich, weil negativ konnotiert.

Der
Schwerpunkt auf Business zieht sich durch das ganze Heft. Nicht meine
Welt. Aber – Gott sei Dank – jeder so wie er mag. Die
Zeitschrift funktioniert, also machen die Damen und Herren da wohl
nicht viel falsch.

Abgesehen
davon: hätten
alle Menschen die gleiche Sichtweise und den gleichen Geschmack
würden (ganz profan jetzt mal)
entweder alle Frauen auf mich stehen, oder keine. Beides wäre sicher
nicht lustig 🙂

Natürlich
bin ich nicht die Caritas, will und muss von dem leben was ich in der
Werkstatt tue und weiß daher, das die betriebswirtschaftliche Seite
eines jeden Unternehmens
immens wichtig ist.
Trotzdem: die rein betriebswirtschaftliche
Betrachtung der Aussage „Ich vergebe im Moment keine Termine“
greift
deutlich zu kurz. Erstens weise ich die Kunden ja nicht ab. Ich sage
lediglich, das ich *im Moment* keine Termine vergebe. Zweitens tue
ich das nicht, damit ich Zeit gewinne in der Hängematte zu liegen
und Longdrinks zu schlürfen, sondern weil ich einfach die Arbeit
nicht bewältigen kann. Kunden sammeln um jeden Preis geht nämlich
todsicher nach hinten los: ich kann die berechtigten Ansprüche der
Kunden irgendwann
nicht
mehr
erfüllen, und ich kann meine eigenen Ansprüche an meine Arbeit und
daran, wie ich die Moppedwerkstatt führe, ebensowenig erfüllen. Am
Ende sind alle Seiten unzufrieden: lose-lose, wie heute so schön
heißt. Bei den ganzen tollen Tipps zur erfolgreichen
Betriebsführung, mit denen man so bombardiert wird sobald man ein
Gewerbe betreibt, fällt mir oft auf das eines total vergessen wird:
das A und O für einen Erfolg sind zufriedene Kunden. Alles andere
resultiert daraus: der Laden läuft, die Kasse stimmt, man ist mit
sich zufrieden, es macht Spaß, die
Kunden merken das da jemand mit Begeisterung und Herzblut bei der
Sache ist und sind zufrieden. Ein Kreislauf.

Und
ganz ehrlich: ich betrachte es auch als Auszeichnung, das die Kunden
mir die Bude einrennen, obwohl natürlich auch bei mir nicht immer
alles klappt.

Von
daher sehe ich einen Terminstopp eher postitiv, nicht zuletzt auch
als Instrument zur Qualitätssicherung.

Oder
sehe ich das falsch? Lasst mir gerne einen Kommentar da 🙂



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