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Die Moppedwerkstatt

Um was geht es?

Hier findet Ihr in loser Folge aktuelles, belangloses oder interessantes zur Moppedwerkstatt.

Sichtweisen

Moppedwerkstatt Posted on Mon, May 08, 2017 18:38:43

Neulich habe ich in
einem Facebook-Post darauf hingewiesen, das ich mit Arbeit
zugeschüttet werde, nicht mehr hinterher komme und deshalb bis
mindestens Christi Himmelfahrt einen Terminstopp habe. Das ich also
erst danach überhaupt wieder anfange Termine zu vergeben, weil ich
dann (hoffentlich) absehen kann wie ich es zeitlich hin bekomme.

Darauf gab es
verschiedene Reaktionen: mehr oder weniger konstruktive Hinweise
darauf, das ich Hilfe brauche (wusste ich irgendwie schon…) und wie
ich das anstellen könnte.

Und auch einen
Hinweis, auf den ich hier eingehen möchte. Da schrieb nämlich
Stephan Madener: „Luxusproblem!
Dennoch kann dauerhaftes Kundenabweisen irgendwann problematisch
werden.“

Jetzt
ist Stephan Maderner nicht irgendwer, sondern der Chefredakteur der
Zeitschrift „Bike und Business“. Abgesehen davon das es
mich
ehrt zu
wissen, dass
er sich die Zeit nimmt auf der Facebookseite einer Ein-Mann-Kapelle
wie der Moppedwerkstatt mit zu lesen und sogar zu kommentieren: hier
offenbaren sich völlig verschiedene Sichtweisen auf das Verhältnis
zum Thema „Mit/am Motorrad seinen Lebensunterhalt bestreiten“.

Ich
habe die Bike und Business abonniert, finde mich aber eigentlich nie
in irgendeinem Artikel oder einer Sichtweise wieder. Das fängt schon
damit an, das Händler durch die Bank nicht „Händler“ genannt
werden, sondern „Dealer“. Ich habe grundsätzlich kein Problem
mit Anglizismen, aber Dealer finde ich (vorsichtig gesagt)
unglücklich, weil negativ konnotiert.

Der
Schwerpunkt auf Business zieht sich durch das ganze Heft. Nicht meine
Welt. Aber – Gott sei Dank – jeder so wie er mag. Die
Zeitschrift funktioniert, also machen die Damen und Herren da wohl
nicht viel falsch.

Abgesehen
davon: hätten
alle Menschen die gleiche Sichtweise und den gleichen Geschmack
würden (ganz profan jetzt mal)
entweder alle Frauen auf mich stehen, oder keine. Beides wäre sicher
nicht lustig 🙂

Natürlich
bin ich nicht die Caritas, will und muss von dem leben was ich in der
Werkstatt tue und weiß daher, das die betriebswirtschaftliche Seite
eines jeden Unternehmens
immens wichtig ist.
Trotzdem: die rein betriebswirtschaftliche
Betrachtung der Aussage „Ich vergebe im Moment keine Termine“
greift
deutlich zu kurz. Erstens weise ich die Kunden ja nicht ab. Ich sage
lediglich, das ich *im Moment* keine Termine vergebe. Zweitens tue
ich das nicht, damit ich Zeit gewinne in der Hängematte zu liegen
und Longdrinks zu schlürfen, sondern weil ich einfach die Arbeit
nicht bewältigen kann. Kunden sammeln um jeden Preis geht nämlich
todsicher nach hinten los: ich kann die berechtigten Ansprüche der
Kunden irgendwann
nicht
mehr
erfüllen, und ich kann meine eigenen Ansprüche an meine Arbeit und
daran, wie ich die Moppedwerkstatt führe, ebensowenig erfüllen. Am
Ende sind alle Seiten unzufrieden: lose-lose, wie heute so schön
heißt. Bei den ganzen tollen Tipps zur erfolgreichen
Betriebsführung, mit denen man so bombardiert wird sobald man ein
Gewerbe betreibt, fällt mir oft auf das eines total vergessen wird:
das A und O für einen Erfolg sind zufriedene Kunden. Alles andere
resultiert daraus: der Laden läuft, die Kasse stimmt, man ist mit
sich zufrieden, es macht Spaß, die
Kunden merken das da jemand mit Begeisterung und Herzblut bei der
Sache ist und sind zufrieden. Ein Kreislauf.

Und
ganz ehrlich: ich betrachte es auch als Auszeichnung, das die Kunden
mir die Bude einrennen, obwohl natürlich auch bei mir nicht immer
alles klappt.

Von
daher sehe ich einen Terminstopp eher postitiv, nicht zuletzt auch
als Instrument zur Qualitätssicherung.

Oder
sehe ich das falsch? Lasst mir gerne einen Kommentar da 🙂



Ostergruß

Moppedwerkstatt Posted on Sun, April 16, 2017 12:06:46

Oh, schon wieder Ostern. Wenn früher meine Eltern davon erzählt haben, das im Alter die Zeit immer schneller vergeht, dann habe ich (natürlich nur innerlich, gute Erziehung und so) gelacht. Heute lache ich da nicht mehr. Ich weiß, das sie Recht haben.

Ostern ist regelmäßig auch der Zeitpunkt im Jahr, an dem ich Motorräder weder sehen noch hören will. Schon gar nicht an ihnen arbeiten oder über sie auch nur reden. Dieses Jahr war es besonders anstrengend: 06:00 Uhr geht der Wecker, aufstehen, Werkstatt, zwischen 22:00 und 23:00 Uhr Feierabend, direkt ins Bett, aufwachen, Werkstatt, same procedure again. So hat die Woche vor Ostern ausgesehen, und irgendwann reicht es auch mal. Das es dann zu unvorhergesehen Ereignissen kommt wie: ein Fahrzeug das eigentlich nur für den TÜV da war läuft plötzlich nicht mehr, ein anderes Fahrzeug macht plötzlich Faxen die unerklärlich sind, macht es nicht besser. Selbst wenn man da nur jeweils eine Stunde braucht (im Fall des Rollers, der plötzlich nicht mehr lief, war es deutlich mehr), ist das Zeit die für alles andere fehlt.
Die positiven Erkenntnisse der Woche sind aber erstens: meine Frau liebt mich auch wenn ich mich nicht kümmern kann, und ich habe ganz eventuell jemand gefunden, der hin und wieder zum Schrauben kommt. Mal sehen ob das was wird. Weil ich ganz gegen meine Vorsätze jemanden selber in der Werkstatt schrauben lassen musste (das Mopped musste wieder raus und ich hatte beim besten Willen keine Zeit) konnte ich sehen, das der Mensch weiß wo er wie anfassen muss, damit es klappt. Wir reden noch mal 🙂

Ansonsten will ich zum Thema Mopped im Moment nix sehen und hören. Das ist auch der Grund, warum wir jetzt einfach den Camping-Twingo packen und noch zwei Tage Twingo-Camping machen. Slobo wird zum ersten mal dabei sein. Aber nachdem er das Zelten Anfang des Monats super mitgemacht hat sind wir guter Dinge.

Ach ja, weil ich öfter gefragt werde, was Slobo eigentlich für eine Rasse sei, der sehe so nach Golden Retriever aus:
meine Antwort ist jetzt immer, das er ein Scottish Shortleg Retriever ist. Die wurden ursprünglich für die Jagd im schottischen Hochmoor gezüchtet. Und weil es da ja kaum Deckung durch Büsche und ähnliches gibt, brauchten die Jagdhunde dort kurze Beine, um nicht entdeckt zu werden 🙂

Ich wünsche Euch allen ein schönes Osterfest, passt auf Euch auf!



Schuster, bleib bei deinen Leisten

Moppedwerkstatt Posted on Sun, March 26, 2017 17:14:40

Neulich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben bei der Reparatur eines Motorrades aufgegeben. Eigentlich ging es da um nichts Großes, Gabelsimmerringe bei der Upside-Down Gabel einer Ducati. Der Kunde hat gefragt “Kannst Du das? “, ich habe geantwortet “Kein Problem” und mich der Sache angenommen. Auf der Werkbank habe ich dann gesehen, das die Gabel irgendwie anders ist, als die 150 Stück (circa….) die ich bisher in der Mangel hatte. Mir haben in dem Moment schlicht das passende Werkzeug und die Qualifikation gefehlt. Das habe ich dem Kunden dann auch genau so erklärt, und innerhalb von Sekunden wurde aus leichter Verärgerung bei ihm Verständnis, und ich glaube er war ganz froh über die offenen Worte. Ich wollte einfach nicht bei einem Fahrzeug, das fast 300 Km/h läuft, am Fahrwerk irgendwas machen das ich nicht sicher im Griff habe.

Andere sind da deutlich schmerzfreier, wie ich diese Woche mal wieder festgestellt habe. Ich kenne da eine Autowerkstatt (also, eigentlich ist das glaube ich nicht mal offiziell eine Autowerkstatt), die gerne mit dem Aufruf wirbt das man ihren Motorradservice nutzen soll.

Nun bin ich durchaus der Meinung, das man für bestimmte Arbeiten auch bestimmte Qualifikationen mitbringen sollte: die Hauselektrik überlässt man ja nicht ohne Grund nicht dem Bäcker, zum Beispiel.

Immerhin fällt denen das scheinbar auch manchmal auf, weil sie mir nämlich regelmäßig Fahrzeuge vor die Tür stellen wollen, bei denen sie nicht weiter kommen. Ich soll dann sozusagen deren Motorradservice sein. Und das sind jetzt nicht immer Problemfälle, sondern gerne einfach mal Sachen, bei denen ein klein wenig mehr gefragt ist als Diagnosetool lesen können.

Jetzt kamen da drei Dinge auf einmal: eine Yamaha, bei der ein Problem schon mal gleich gelöst war in dem man den Benzinhahn auf Reserve stellt. Der Rest war dann allerdings in der Tat komplizierter: Vergaser raus, zerlegen, ultraschallreinigen und einstellen. Das am Ende noch Ersatzteile gefehlt haben, ich das Mopped aber trotzdem zurückgeben sollte obwohl es nicht richtig lief und es so an den Kunden geht: geschenkt…

Aber am selben Tag noch ein Roller, bei dem der passende Antriebsriemen nicht montiert werden konnte, und eine telefonische Anfrage wie man eine Upside-Down Gabel zerlegt (deswegen komme ich überhaupt auf das Thema).

Das sind drei Dinge innerhalb ein paar Stunden, die mich echt ratlos zurücklassen: warum nimmt man als Werkstatt Aufträge an, wenn man von der Materie keine Ahnung hat? Leute, da können Menschen sterben. Eine Motorradreparatur ist nicht immer Pille-Palle. Lieber ein paar Euro weniger in der Kasse, aber dafür ein ruhiges Gewissen.

Und warum bringt man als Kunde sein Motorrad nicht gleich zu einer Fachwerkstatt?? Muss ja nicht die Moppedwerkstatt sein.

Klar, es gibt gibt überall so’ne und solche, aber ganz grob lässt sich sagen: wer sein Motorrad zur Reparatur in eine Motorrad(fach)werkstatt bringt, KANN Pech haben und hin und wieder jemanden erwischen, der keine Ahnung von der Sache hat.

Wer sein Motorrad zur Reparatur in eine Autowerkstatt bringt, KANN hin und wieder Glück haben und jemanden erwischen, der weiß was er tut.

Ihr seht den Unterschied…

Ich werde jedenfalls auch weiterhin kein Quads reparieren. Oder das ganze Kreidler/Zündapp/Hercules Zeug aus den 70ern. Oder Piaggio Ape. Einfach, weil ich da erstens keine Ahnung von habe, und zweitens auch gar nicht die Zeit (und ehrlich: auch nicht die Lust) mir die Ahnung ¨drauf zu schaffen¨.

Wenn alle immer nur das tun bzw dem Kunden verkaufen würden, was sie beherrschen, dann hätten die KFZ- und Motorradwerkstätten einen deutlich besseren Ruf….



Tiere und so

Moppedwerkstatt Posted on Thu, February 16, 2017 10:02:03

Jawoll…. Wir haben
es geschafft. Dieses Jahr werden hoffentlich keine kleinen Meisen
hinter der Blechaußenverkleidung der Moppedwerkstatt sterben. Wir
haben endlich die Brutkästen aufgehängt und dafür die Löcher in
der Außenwand verschlossen. In den letzten Jahren war es nämlich
so, das irgendwann im Frühjahr die Meisen kamen und im Zwischenraum der
Verkleidung ihre Eier gelegt haben. Dann sind die Jungen geschlüpft und entweder aus dem Nest gefallen und vor der Werkstatt gestorben
(wir konnten sie ja nicht zurück setzen, ohne die ganze Außenwand
zu demontieren), oder wurden gleich hinter der Blechwand gebraten, wenn
die Sonne da so richtig drauf brannte 🙁

Jetzt hoffen wir
nur, das die Meiseneltern wenigstens so viel Hirn haben zu erkennen,
das sie nichts selber bauen müssen.

Schön wäre auch,
wenn die Eidechsen sich mal wieder sehen ließen. Aber seit ich die
Pflanzsteine gegen Blumenkübel getauscht habe gefällt es denen wohl
nicht mehr vor der Werkstatt. Mal sehen, vielleicht baue ich da noch
was 🙂

Dann noch ein paar
Worte zu Slobo: Wir lernen uns immer besser kennen. Inzwischen klappt
auch Autofahren ganz gut. Seit er vom Fußraum umgezogen ist und den
ganzen hinteren Bereich im Twingo bewohnt übergibt er sich nicht
mehr bei jeder Fahrt. Eigentlich bei gar keiner Fahrt mehr, seitdem.

Inzwischen wissen
wir auch, das er keine sieben Monate alt sein kann. Die Tierärztin
schätzt ihn auf etwa zwei Jahre. Hätte ich auch selber drauf kommen
können, mit sieben Monaten hat kein Hund ein ausgewachsenes Gebiss….

Aber umso besser,
eigentlich wollten wir ja auch keinen ganz jungen Hund. Bis auf
„Hündin“ und „nicht aus einer Tötungsstation im Ostblock“
erfüllt er also inzwischen alle Kriterien, die wir hatten 🙂

Ich würde gerne mal
bei ihm Gedanken lesen können, bzw ihn fragen, was er so erlebt hat.
Er ist sicher kein reiner Straßenhund, dazu funktionieren viele
Dinge nach der kurzen Zeit bei uns zu gut.

Er hat ein paar
interessante Macken: zu einer Tür rein
gehen funktioniert inzwischen gut. Das Haus oder die Werkstatt verlassen
geht fast nur an der Leine. Er bewegt sich bis zur Tür, bleibt dann
stehen und geht keinen Schritt mehr, bis man ihn anleint. Vor der Tür
ist dann alles wieder easy, Leine ab und los geht es.

An der Leine laufen
war von vornherein gar kein Problem, ziehen oder so kennt er nicht.
Das kommt sicher nicht von den vier Wochen beim Tierschutzverein
Schlatthof…

Außerdem geht ohne
Leine laufen auf dem Feld extrem gut. Jagttrieb bisher gleich null,
von Katzen mal abgesehen. Aber mit seinen kurzen Beinen wird er eh
keine Hetzjagden veranstalten 🙂

Wenn ich ihn rufe,
weil zum Beispiel ein Auto oder Radfahrer kommt, dann kommt er zu
mir, setzt sich neben mich und wartet bis ihm sage das es weiter
geht. Da wir ihm außer seinen Namen und „komm her“ noch nichts
wirklich versucht haben beizubringen muss er das aus einem früheren
Leben haben.

Ab März gehen wir
in die Hundeschule im Nachbarort. Haben wir uns neulich angesehen und
fanden es sehr gut. Ich hoffe das ich mich aufraffen kann zu dieser
Agility-Geschichte, Slobo hätte sicher Spaß.

A propos Spaß:
neulich habe ich ihn mal in den Beiwagen gesetzt. Ich glaube, das
dauert noch bis ich den Motor auch starten kann und er mit fährt.
Aber wir haben ja noch ein paar Jahre miteinander, hoffentlich…



Startschwierigkeiten

Moppedwerkstatt Posted on Fri, February 10, 2017 17:14:44

Jedes Jahr das
Selbe, wenn die Saison so langsam ins Rollen kommt: nix klappt. Na
gut, fast nix. Kommt einem zumindest so vor.

So eine
Motorradwerkstatt ist ja ein Saisongeschäft, um mal eine alte
Binsenweisheit zu bemühen. Etwa ab Mitte November (der Zeitpunkt hat
sich übrigens in den letzten Jahrzehnten immer weiter nach hinten
geschoben, es gab Zeiten da war Anfang Oktober so ziemlich Schluss)
schalten alle Beteiligten einen Gang zurück und lassen die Dinge
langsamer angehen.

Früher hatte man
dann Zeit bis etwa 14 Tage vor Ostern, bevor der Kundschaft wieder
einfiel das am Mopped noch ein, zwei, drei Dinge gaaaanz dringend
gemacht werden müssen, bevor es Ostern in die Alpen, ans Mittelmeer
oder sonst wohin geht. Das bedeutete dann für die Werkstatt: von
nahezu null auf 100 in zwei, drei Tagen.

Auch dieser
Zeitpunkt hat sich verschoben, und zwar nach vorne. Wenn es im
Februar auch nur drei Tage ohne Frost und am besten mit Sonne gibt,
dann klingelt das Telefon in der Werkstatt und die ersten wollen
einen Termin. Das heißt, die Zeit zum Regenerieren ist für
unsereinen deutlich kürzer geworden als noch vor ein paar Jahren.
Dazu kommt, das man ja auch nicht jünger wird….

Und dann ist es wie
eingangs erwähnt: nix klappt. Bei den Lieferanten arbeiten auch nur
Menschen, die plötzlich statt 10 Pakete wieder hunderte am Tag raus
schicken müssen. Da kommt dann manches falsch oder gar nicht.

In der Werkstatt
läuft es auch nicht so rund. Manche Abläufe müssen sich erst
wieder einschleifen. Dinge, die nach ein paar Wochen gut von der Hand
gehen dauern mangels Übung länger als sonst. Es dauert auch, bis
man wieder gleichzeitig mit einem Kunden reden kann und schrauben,
ohne mega viel Zeit zu verlieren. Ein anderer, nicht zu
vernachlässigender Punkt: irgendwie scheint es da draußen eine
Millionen Menschen zu geben, die ihren Lebensunterhalt mit Verkäufen
am Telefon verdienen müssen. Und die rufen von Januar bis Anfang
März ALLE bei mir an. Nacheinander. Und wollen alles verkaufen von
Werkzeug über Telefonverträge bis hin zu Nudeln und Olivenöl. Das
macht so einen Arbeitstag natürlich auch nicht entspannter. Immerhin
denke ich mir dann jedes mal, das ICH doch einen tollen Job habe.

A propos toller Job:
einen tollen Hund habe ich ja auch wieder 🙂

Slobo macht sich so
langsam. Er hat zwar auch noch Startschwierigkeiten, aber er lässt die Kunden zufrieden (ein ganz neues Erlebnis,
Ayla war da ja anders), liegt eigentlich den ganzen Tag dekorativ
in der Gegend herum und meldet sich nur, wenn er Futter will.
Allerdings habe ich gerade eben die Erklärung dafür gefunden das er
gestern den ganzen Tag nicht vor die Tür wollte: ein kleiner Salzsee
zwischen zwei Regalen im Lager 🙁

Klar, warum bei dem
Wetter auch raus gehen, sieht ja keiner wenn man ins Lager pinkelt…

Zusammen mit dem
Rest, der heute nicht funktioniert hat, reicht es dann für diese
Woche. Ich gehe jetzt heim auf die Couch, mache ein Bier auf, sehe
noch ein oder zwei Folgen Homeland oder eine andere hohle Serie und
läute das Wochenende ein.

Ich wünsche Euch
allen ein schönes Wochenende, Montag ist das schon wieder vorbei 🙂



Neues

Moppedwerkstatt Posted on Mon, January 23, 2017 12:05:53

Ich hoffe, Ihr seid
gut alle ins neue Jahr gekommen. Mein Jahreswechsel zumindest war
entspannt, warm und sehr weit entfernt vom kalten Deutschland.
Dummerweise hat mich am ersten Tag den ich in 2017 arbeitend in der
Werkstatt verbracht habe irgend so ein Virus erwischt und flach
gelegt. Meine Frau sagt, ich hätte von Dienstag Abend bis Freitag
Nachmittag abwechselnd auf der Couch und im Bett gelegen und in der
ganzen Zeit nicht gesprochen (!!)… muss also was Ernstes gewesen
sein 🙂

Jetzt fängt das
neue Jahr also gleich mal mit Gas geben an, die Woche Büro fehlt ja
doch irgendwie. Aber so ist das eben.

Eigentlich hatte ich
für diesen Blogeintrag ja ein völlig anderes Thema vorgesehen, so
unter dem Eindruck einer doch ziemlich anderen Welt in Namibia. Aber
spontan wie ich bin geht es heute um etwas völlig anderes 🙂

Manche von Euch
kennen ja noch Ayla, den treuen Wachhund der Moppedwerkstatt. Es ist
kommende Woche ein Jahr her, das wir sie ziemlich überraschend im
Alter von fast auf den Tag genau 11 Jahren (kein Alter für einen
Mittelspitz) haben einschläfern lassen müssen, weil die Lunge
komplett voll war mit Metastasen. Das alles war eine Entwicklung von
wenigen Wochen.

Wer noch nie ein
Haustier hatte das mit einem kommuniziert und einen jahrelang
begleitet, der wird nicht nachvollziehen können was da in uns
vorging. Alle anderen wissen genau, wie das ist. Ganz ehrlich, mir
stehen jetzt beim Schreiben schon wieder die Tränen in den Augen…

Jetzt ist so ein
Hund ja nicht nur Spaß, manches ist sogar ohne Tier angeblich
einfacher. Ich konnte mich da nicht mehr so recht dran erinnern, ich
hatte ja die letzten fast dreißig Jahre immer einen Vierbeiner an
meiner Seite. Wir haben also damals beschlossen, mindestens ein Jahr
lang zu testen wie das Leben ohne Hund denn so wäre…

Überraschende
Erkenntis: die Erwartung das unser Leben sich entschleunigt, weil da
nicht dauernd noch jemand ist der in alles einbezogen werden muss,
hat sich absolut nicht erfüllt. Das genaue Gegenteil ist der Fall.
Wenn man darüber nachdenkt (und wir haben viel über das Thema
nachgedacht im letzten Jahr) eigentlich auch logisch. All’ die
kleinen Auszeiten vom Alltag, die man mit Hund einbauen MUSS, fallen
ja weg. Statt mal eben eine halbe oder ganze Stunde über das Feld zu
laufen und nix zu denken (oder zumindest nicht an Werkstatt,
Rechnungen, ich-muss-noch-jenes, usw) kommt man eben nicht zur Ruhe,
sondern macht tausend Dinge hintereinander ohne mal Luft zu holen.
Völlig abgesehen von den Stressmomenten, in denen so ein Tier einen
einfach nur ansieht und sich ganz offensichtlich denkt „Boah, komm
mal wieder runter, Mensch!“ oder einen anstupst und sagt „Kraul
mich mal ‘ne Runde…“

Vorteil ohne Hund
ist auf der anderen Seite ganz eindeutig… ääääh…. warte mal… ach ja: man kann einfach mal weg fliegen ohne das man den Hund
unterbringen muss. Ich bin jetzt knapp über 50, und in meinem ganzen
Leben dreimal in Urlaub geflogen. Weiß nicht, ob das mit dem Fliegen
jetzt so ein Killerargument gegen Hundehaltung ist 🙂

Völlig davon
abgesehen das sich meine Schwiegereltern ja nun auch nicht mit Händen
und Füßen dagegen wehren uns zu helfen, wenn Not am Mann ist…

Irgendwann war dann
ziemlich klar, das wir beide wieder einen Hund wollen. Konsens war,
das Jahr abzuwarten und dann mal zu sehen was so ist.

Es gab ein paar
Eckpunkte, die erfüllt werden sollten:

möglichst kein
Jagttrieb, möglichst kein Wachtrieb (Ayla war in dem Punkt
anstrengend, freundlich formuliert), +/- 45 Zentimeter groß, kein
Kurzhaar. Ich persönlich bin ja ein großer Freund vom deutschen
Spitz in allen Varietäten (da weiß man, was man hat. Spitze sind in
der Regel das komplette Gegenteil vom Klischee, Ayla mal
ausgenommen), aber letztendlich war mir die Rasse egal. Ach ja, es
sollte unbedingt eine Hündin sein, nichts vom Züchter, zwischen
einem und drei Jahren alt und kein „Importhund“ aus einer
Tötungsstation im Ostblock oder so. Da kann man ja zu stehen wie man
will, aber es gibt schließlich genug bedürftige Hunde aus dem
näheren Umkreis.

Um eine lange
Geschichte kurz zu machen: rausgekommen ist Sloboda… Freunde dürfen
ihn Slobo nennen 🙂

Von allen Kriterien
sind immerhin zwei erfüllt: kein Kurzhaar und +/- 45 Zentimeter.
Also, Höhe… Länge gefühlt einen Meter. Ansonsten halt Rüde,
sieben Monate alt, sehr verschüchtert (gibt sich aber gerade seeehr
schnell…), Import aus Bulgarien und eine Menge Retriever oder so
mit drin. Das mit dem Jagttrieb erwarten wir mit Spannung.

Sloboda hieß
ursprünglich Simon, aber irgendwie ging der Name gar nicht. Und
NACHDEM wir uns verliebt hatten, trotz Rüde etc, haben wir erfahren
das er aus Serbien kommt. Fehlinformation… wir haben uns nur
angesehen (also, meine Frau und ich) und das selbe gedacht: „Ups,
wollten wir ja gar nicht, aber jetzt ist es zu spät“. Dann wollten
wir einen serbischen Namen und waren zunächst bei Smelost, das heißt
Wagemut. Ein wenig prophetisch sollte der Name sein, bei dem
schüchternen Hund 🙂

Aber das lässt sich
nicht gut rufen… und ehrlich gesagt, die Abkürzung die sich aufdrängt lautet “Smelly”, so möchte man nicht heißen 😉

Sloboda heißt auf
serbisch „Freiheit“, fanden wir auch nicht schlecht. Nun gut, bei
der Übergabe haben wir dann gesehen, das Slobo eigentlich aus
Bulgarien kommt und deshalb Svoboda heißen müsste, aber irgendwann
ist ja auch mal gut.

Jedenfalls lebt er
jetzt bei uns und lernt. Zum Beispiel, das Bett und Couch für
Lebewesen mit mehr als zwei Beinen tabu sind. Das Treppen durchaus in
beide Richtungen zu begehen sind. Das man durch die Haustüre ruhig
entspannt rein gehen kann, weil alle da gemeinsam leben und einen
nicht wieder im Tierheim zurück lassen. Das Thema „Laufen ohne
Leine“ gehen wir demnächst mal an, wenn er verinnerlicht hat das
wir jetzt sein Rudel sind 🙂

Wer wissen will, wo
Simon/Sloboda her kommt: http://main.menschenfuertiere.de/index.php

Ich weiß ja nicht,
wie andere Tierheime bzw Vereine so sind, aber so, wie ich die
Menschen da kennengelernt habe und gesehen was die da für ein
Engagement reinstecken: Respekt! Von mir eine klare Empfehlung.

Ich bin sehr
gespannt auf das gemeinsame Leben. Bei einer ungefähren
Lebenserwartung von zwölf, dreizehn Jahren wird Slobo wohl auch
(zumindest) mein letzter Hund sein. Vielleicht… 🙂

Ach ja: das ist er…




Weihnachtspost :-)

Moppedwerkstatt Posted on Tue, December 20, 2016 10:08:45

Junge, Junge….
Schon wieder ein Jahr vorbei. Irgendwie vergeht die Zeit im Alter
schneller, kann das ein? Von all den Dingen, die ich mir so vornehme,
bleibt ständig die Hälfte liegen. Zum Beispiel kommen mir dauernd
irgendwelche Ideen für den Blog hier, aber bis ich dazu komme sie
aufzuschreiben habe ich den Faden verloren. Gut, auch das kann am
Alter liegen 🙂

Das vergangene Jahr
war ziemlich ereignisreich, was die Werkstatt angeht. An manchen
Tagen wächst mir das alles hier fast über den Kopf. Als ich damals
mit der Moppedwerkstatt angefangen habe, da wusste ich so in etwa
auf was ich mich einlasse. Werkstatterfahrung hatte ich ja
ausreichend. Ich kann mich erinnern, wie ich ungläubig den Kopf
geschüttelt habe als ich in der Lehre von meinem Chef was wollte und
die Chefin meinte: „Leg’ ihm einen Zettel hin, sonst vergisst er
das.“ Und der war nicht senil… Damals dachte ich noch, das sich
der Chef was von Mittags bis Abends merken können müsste. Heute
weiß ich, ohne Aufschreiben (und zwar SOFORT aufschreiben!) geht
nix. Bei mir ist das nämlich noch „schlimmer“: mein Chef hatte
Personal. Seine Frau für’s Telefon und sich von Kunden das Ohr
abschwatzen lassen (nicht alle kommen gleich zum Punkt, vorsichtig
formuliert). Ein oder zwei Azubis bzw Umschüler für die Werkstatt.
Und mich (obwohl auch die meiste Zeit Azubi) für eigentlich alles,
bis hin zur Vertretung an Samstagen, wenn er zum Gespannrennen war.
Ich hatte also die Illusion eine Werkstatt zu leiten sei ja nicht
soooo schwer.

Um das mal
nachzuvollziehen, für alle die so etwas nicht kennen: als
ein-Mann-Kapelle machst du ja wirklich alles selber. Angefangen vom
Tür aufschließen und Licht einschalten über jedes Telefonat, Post,
Rechnungen, Bestellungen, Werkstatt komplett von Fahrzeug rein über
den-Besen-in-die-Hand-nehmen bis Mülleimer raus bringen, Glühbirne
auswechseln, Kaffeetassen spülen, Klo putzen…. Und so weiter.
Jetzt stell Dir vor, Du machst bei Dir im Büro oder in der Werkstatt
wirklich JEDEN Handgriff der anfällt selber. Und das jeden Tag, und
in der Saison mindestens 12 Stunden lang. Dann weißt Du so in etwa
was hier (und bei vielen anderen) abgeht.

Wohlgemerkt: das ist
kein Gejammer, habe ich mir ja so ausgesucht. Aber vielleicht mal als
Erklärung, warum nicht immer alles „mal eben“ und fröhlich
geht.

Zurück zur
Werkstatt: der Aufwand hier wird immer größer. Die Zahl der Kunden
wächst ständig, was mich im Glauben bestätigt das ich soviel ja
nicht falsch machen kann. Aber auch der Aufwand drum herum wächst
kontinuierlich. Mit der Zahl der Aufträge wird auch der Aufwand für
Buchhaltung etc größer, die technischen Ansprüche bleiben auch
nicht stehen. In 2016 habe ich mal wieder knapp 3.000 Euro für
Test-Equipement und so weiter investieren müssen, um auf der Höhe
der Zeit zu bleiben. 2017 geht gleich so weiter: damit ich meinen
Status als anerkannter Prüfstützpunkt (TÜV und so…) behalten
kann, brauche ich erst mal ein neues Scheinwerfereinstellgerät.
Kriegt man auch nicht nachgeworfen.

Das war einer der
Punkte, die mir vorher nicht klar waren: das man dermaßen viel Geld
in die Hand nehmen muss, um Geld verdienen zu können. Oder wie meine
Frau immer sagt: „Ich hätte nicht gedacht, das man soviel Aufwand
betreiben muss für das bisschen Geld, das einem sonst der Chef
überweist.“ 🙂

Aber auch in diesem
Jahr hatte ich wieder viel Spaß in der Moppedwerkstatt. Ich rede ja
gerne mit meinen Kunden, und ich staune immer wieder wie viele
interessante Menschen da draußen so rum laufen. Einige kommen
inzwischen auch nur mal so vorbei, auf ein Schwätzchen. Erzählen
mir von ihren Geldanlagen, Freundinnen, Krankheiten… oder von
anderen Kunden, nicht immer lustig. „Hast Du gehört, der XY ist
gestorben“. Hatte ich dieses Jahr auch hin und wieder 🙁

Ich habe nicht immer
Zeit, mir die Geschichten anzuhören. Aber ich sehe das durchaus auch
als Vertrauensbeweis, das mir im Grunde doch Fremde so viel von sich
erzählen.

Es gibt natürlich
auch andere. Da wirst du dann plötzlich damit konfrontiert, das
jemand mehrere zehntausend Euro von dir verlangt, weil vor deiner
Werkstatt angeblich sein Motorrad verschwunden ist. Und serviert das
Ganze mit einer dermaßen abstrusen Geschichte, das von der Polizei
bis zum Richter niemand so recht folgen kann. Den Ärger hast du
trotzdem, abgesehen davon das ein Tag in der Werkstatt fehlt, wenn
man vor Gericht zu erscheinen hat.

Insgesamt überwiegen
hier aber deutlich die positiven Momente, auch wenn ich manchmal
natürlich gerne mehr Zeit für andere Dinge hätte. Immerhin haben
wir es dieses Jahr geschafft eine kleine vier-Tages-Tour durch die
Schweiz mit den Moppeds zu fahren.

Das ist einer der
Vorsätze für das kommende Jahr: ein wenig mehr Zeit für privates.
Zum Beispiel Mopped fahren. Entspannung ist ja nichts Dummes, und
seit Ayla (unser treuer Werkstatt-Wachhund) nicht mehr ist fallen auch
die meditativen Spaziergänge aus. Ohne Hund rafft man sich doch
nicht auf. Aber auch da könnte im nächsten Jahr was passieren, das
Thema ist noch nicht durch 🙂

Jetzt mache ich erst
mal Urlaub. Mit meiner Frau dahin wo es schön warm ist, meine Kinder
begleiten uns. Die Moppedwerkstatt bleibt bis Februar geschlossen,
was natürlich nicht heißt, das ich nicht hier bin. Es gibt ja genug
zu tun… Lager einrichten, zum Beispiel. Oder einfach mal aufräumen…
Meinen XV 535 Cafe Racer
Umbau habe ich innerlich schon wieder auf nächsten Winter
verschoben.

Aber wer weiß,
vielleicht finde ich für 2017 ja endlich eine qualifizierte,
engagierte Aushilfe. Dann könnte so was noch nebenbei klappen 🙂

Ich wünsche Euch
allen ein ruhiges Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr
und: bleibt gesund!



SR 500

Meine Moppeds Posted on Tue, December 13, 2016 11:56:59

Nach der neulich
beschriebenen RD 200 ging es dann eine Stufe weiter. Über die
berühmten sechs Ecken habe ich erfahren, das ein Bekannter eines
Bekannten eine SR 500 in der Garage stehen hat, die er nicht mehr
haben will. Hat dann ein wenig gedauert, bis wir einen Termin zur
Besichtigung ausgemacht hatten. Man kann sich das ja heute gar nicht
mehr vorstellen, aber das war noch zu Zeiten, in denen es keinen
Mobilfunk gab. Mehr noch, es gab noch Telefone mit Wählscheiben. Und
falls Anrufbeantworter damals überhaupt schon erfunden waren kannte
ich zumindest niemanden, der einen hatte. Du konntest andere Menschen
also tatsächlich nur erreichen, wenn sie auch zuhause waren.
Manchmal fällt mir ein, das diese Zustände ja auch noch nicht
fünfzig Jahre her sind…

Wie dem auch sei,
eines Tages stand ich dann in einer Garage in der Gartenstraße. Vor
mir eine SR 500 mit wenig Kilometer, dafür aber individueller
Lackgestaltung. Zu der Zeit waren züngelnde Flammen auf dem Tank
allerdings auch schon nicht mehr wirklich modern 🙂

Ich weiß gar nicht
mehr was ich bezahlt habe, ich glaube so etwa 1800 D-Mark. Die ersten
Aktionen waren dann: andere Lackierung und den original Lenker gegen
einen M-Lenker getauscht. Später kamen dann noch eine Nockenwelle
von Wiseco dazu, der offene Ansaugstutzen war natürlich sowieso
verbaut. Mit der Wiseco Nocke ging das Mopped gleich ganz anders oben
rum. In besten Zeiten hatte ich öfter mal 165 Stundenkilometer auf
dem Tacho stehen. Im Nachhinein weiß ich natürlich, das das genauso
optimistisch war wie die Aussage, das der Motor mit der Nockenwelle
42 PS hätte. Aber manche Lügen glaubt man eben gerne…

Irgendwann war mir
der M-Lenker nicht mehr sportlich genug. Ein Stummellenker musste
her, und natürlich Ochsenaugenblinker. So ausgestattet ging es dann
auf eine Reise von etwa 12.000 Kilometer in die Türkei und zurück.
Ich glaube, da hatte ich auch schon die zweite Bremsscheibe vorne
verbaut, dank der XS 400 aus gleichem Hause war das kein Problem.
Habe ich natürlich nicht eintragen lassen, hat der TÜV auch nie
gemerkt.

Mit der SR habe ich
insgesamt gute 100.000 Kilometer in drei Jahren abgerissen. Damals
hatte ich noch Zeit zum Fahren… Am Schluss war ein Kolben mit dem
dritten Übermaß drin, weil bei der Kilometerleistung in dem
Zeitraum an Motorschonung natürlich nicht zu denken war 🙂

Die zweite
Bremsscheibe vorne war übrigens eine absolute Verbesserung. Ich bin
ja ohnehin kein Hinten-Bremser, aber beim ersten Reifenwechsel nach
dem Bremsen-Upgrade hatte ich ungelogen Flugrost in der Bremstrommel
hinten. Die war schlicht unnötig geworden.

Eben fällt mir ein,
die zweite Scheibe war doch noch nicht verbaut, als ich zum ersten
mal in die Türkei bin. Da hatte ich nämlich zwei interessante
Erfahrungen: zum Ersten hat mein selbst gefertigter Anbausatz für
meine Kofferhalter nach und nach die Stoßdämpfer hinten
durchgescheuert. Irgendwo bei Skopje sagte der erste Dämpfer „pfft“
und hat sein Öl auf die Straße entleert. Und wer meint, mit EINEM
defekten Dämpfer (bzw, nur noch Federung. Öl war ja keines mehr
drin) fährt es sich schlecht, der hätte erleben sollen wie eine
Woche später der zweite Dämpfer beschlossen hat, den ersten zu
imitieren.

So, und wer jetzt
glaubt ohne Dämpfung hinten, dafür vollbeladen, ist der Spaß beim
Fahren überschaubar: geht noch besser. Bei der Anfahrt auf
Thessaloniki, mit dem ersten Blick auf das Meer, wollte ich anhalten
und habe zu diesem Zweck die Bremse hinten betätigt (weil ich sie
überhaupt benutzen wollte weiß ich , das es vorne nur eine Scheibe
gegeben haben muss). Dummerweise hatte ich die Sicherungsschraube der
Bremsankerstange verloren. Ergebnis: die Trommel wird nicht
festgehalten, sondern dreht sich im Moment des Bremsvorganges
fröhlich mit dem Rad mit und reißt dabei das Bremsgestänge ab.

Ich kann Euch sagen,
SR 500 mit ohne Bremse hinten, dafür keine Dämpfung am Heck und mit
zwei Menschen und Gepäck beladen auf den Straßen von Griechenland
und der Türkei in den 80ern… da lernt man Fahrzeugbeherrschung.

Da habe ich auch
gelernt, das es dumm ist ein Motorrad beladen auf dem Seitenständer
im Sandboden bei Gefälle abzustellen. Aber der örtliche Mechaniker
hat dann aus einem Mofabremshebel einen Kupplungshebel für mich
gedrechselt.

Irgendwann wollte
ich was schnelleres als die SR. Allerdings hatte ich damals schon so
eine Ahnung, das ich einen Verkauf des treuen Moppeds später bereuen
würde und habe sie als Backup behalten. Leider zerlegt, und die
meisten Teile sind heute irgendwo….

Wenn mir einfällt,
ob danach das kurze Honda Intermezzo mit der CB 500 Four kam, oder
doch die erste XS 750, dann geht es hier mit den Moppeds meines
Lebens weiter 🙂



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