Heute Abend gehe ich
mal essen. Vielleicht einfach gutbürgerlich, ich hätte mal wieder
total Lust auf Schweinebraten und Knödel. Das Fleisch bringe ich
natürlich mit und drücke es dem Restaurantbesitzer gleich in die
Hand. Habe ich nämlich die Tage im Internet bestellt. War auch nicht
billiger als im Restaurant, aber das war mir egal weil es so schön
bequem war. Das Bier zum Essen braucht er auch nicht selber zapfen,
er soll mir ein nur Glas geben. Bier habe ich nämlich auch dabei,
ich bin ja nicht blöd! Und wenn das Fleisch oder das Bier dann doch
nicht so doll waren soll er sich doch damit herumärgern, ich habe es
ja schließlich schon besorgt.

Klingt abgedreht?
Ja, ist aber das tägliche Szenario in der Werkstatt. Nicht nur bei
mir, es geht eigentlich allen so.

Man fragt sich
schon, was in manchen Menschen so vorgeht. Ich mache das hier ja
nicht (nur) um mich selbst zu verwirklichen. Und nur von der
Arbeitszeit kann man mit einer Werkstatt nun mal nicht überleben.

Ich will ja jetzt
gar nicht auf die Schiene „kauft nix bei Amazon“. Mache ich
selber oft genug, immerhin verbunden mit einer Spende an einen Verein
meiner Wahl. Das geht übrigens ganz einfach über smile.amazon, aber
das nur am Rande.

Aber es wäre doch
schön, wenn wir alle öfter mal darüber nachdenken würden von was
die Werkstatt, die Bücherhandlung, der Restaurantbesitzer… kurz
alle, die eine Kombination von Dienstleistung plus Ware anbieten
leben sollen. Und wie wir das an deren Stelle sehen würden. Und ob wir nicht das, was wir (vermeintlich) an der einen oder anderen Stelle mehr ausgeben woanders mehrfach zurück bekommen, weil zum Beispiel der Restaurantbesitzer eher mal bereit ist den Nachtisch nicht zu berechnen, die Buchhändlerin den goldenen Lesetipp hat oder der Meister in der Werkstatt nicht jede Viertelstunde berechnet, einfach weil wir alle nett zueinander sind und ein ganz klein wenig weiter denken als bis zur Nasenspitze.

Zum Glück gibt es
auch eine ganze Menge andere, sehr oft höre ich nur: „Ich brauche
dies, das und jenes. Mach mal bitte.“ Ohne jede Nachfrage nach dem
Preis, was natürlich auch gewagt sein kann – außer in der
Moppedwerkstatt natürlich 🙂

Eigentlich wollte
ich noch mehr schreiben heute. Aber bei dem Dauerregen draußen
fallen mir irgendwie nur Depri-Themen ein, und ich will nicht das Ihr
denkt ich sei negativ 🙂

Außerdem will ich
pünktlich Feierabend machen. Die beste aller Frauen kocht nämlich
heute, ich muss also gar nicht essen gehen 😉

Vielleicht verrate
ich beim nächsten mal ob es wirklich Schweinebraten gegeben hat.

Bis dahin…