Jetzt ist ja schon
wieder Weihnachten bzw Sylvester, traditionell die Zeit um gute
Vorsätze für das kommende Jahr oder gleich die gesamte persönliche
Zukunft zu fassen. Da will ich natürlich nicht außen vor bleiben
🙂

Das ganze Jahr über
komme ich ja kaum dazu mir Gedanken zu machen wie ich manche Dinge –
vor allem in der Werkstatt – ändern kann. Ich sehe immer nur, das
ich fast in Arbeit ersticke, die Umsätze steigen, die Erträge aber
nicht.

Jetzt könnte man ja
sagen, solange ich an meiner Spaß habe ist alles gut. Ist es aber
nicht, und ich habe eine Weile gebraucht um zu erkennen warum nicht.
Ich habe vor ein paar Monaten über Facebook einen Schrauber
kennengelernt, der komplett in seiner Arbeit aufzugehen scheint. Der
schickt mir gerne mal Abends noch Bilder von dem, was er gerade
schraubt. Auch mal so Dinger, bei denen ich froh bin das sie bei ihm
stehen und nicht bei mir…

So wie der war ich
auch mal, vor ein paar Jahren.

Ich habe überlegt,
was dazwischen passiert ist und kam dann drauf: der ist angestellt.
Ihm kann das egal sein, ob er nun eine Stunde mehr oder weniger
ertragreich arbeitet. Bei mir muss jede Minute eigentlich Kohle
bringen. Wenn man das im Hinterkopf hat (haben muss) bleibt der Spaß
an vielen Dingen schnell auf der Strecke. Mal eine Stunde in
irgendwas investieren das dann nicht bezahlt wird geht schlicht nicht
mehr, wenn der komplette Ertrag einer Werkstatt von einer Person
alleine erwirtschaftet werden muss. Auch deshalb stehe ich so auf die
Tage, wenn meine Aushilfe da ist. Da kann ich einfach mal ein paar
Minuten mehr meditativ Dichtung kratzen als sonst, weil er in der
Zeit Dinge weiter macht die Strom, Miete, Müllabfuhr… finanzieren.

Kurz gesagt, der
Spaß bleibt schnell auf der Strecke, wenn man davon leben muss was
man tut.

Ein anderer
Facebook-Freund hat neulich den Anstoß gegeben endlich mal einen
Punkt umzusetzen, den ich schon lange vor mir her trage: ich mache in
Zukunft nichts mehr, was ich nicht abrechnen kann.

Damit meine ich
jetzt nicht so Serviceleistungen wie mal eben eine Kette spannen wenn
ein Kunde auf den Hof kommt, einen Schluck Öl nachfüllen
zwischendurch oder „Kannst Du mal eben hören, da ist so ein
Geräusch“ oder so was. Sondern solche Dinge wie „Mei 50erle
lauft nemme recht, ´s ko aber net viel sein“. Das bedeutet nämlich
eigentlich IMMER, das ich ewig mit der Fehlersuche zubringe, am Ende
irgendwas bei acht Stunden abrechnen müsste (plus Teile natürlich),
alles über drei Stunden aber schon ein wirtschaftlicher Totalschaden
ist. Das sage ich dann dem Kunden, der schluckt und meint in neun von
zehn Fällen „Dann hole ich das Ding wieder ab“. Das dauert dann
gerne mal Wochen….

Deshalb ab 2018:
Keine Fehlersuche mehr bei 50er Rollern, das rechnet sich nicht. Und
nein, das rechnet sich auch nicht bei nicht-China-Fahrzeugen, da ist
das nämlich kein Stück besser.

Ich hatte neulich
ein längeres Gespräch mit einer Anwältin, die glaube ich ähnlich
gestrickt ist wie ich. Wir kamen zu dem Schluss das sich „soziale
Ader“ und „wirtschaftlichen Ertrag erzielen“ nur sehr schwer
vereinbaren lassen.

Ich versuche das
weiterhin, nur das der soziale Zweck in Zukunft öfter mal ich selber
bin 🙂

Aber insgesamt bin
ich zuversichtlich, das ich auch in 2018 bei der Arbeit in der
Moppedwerkstatt deutlich mehr Spaß habe als Ärger. Das mit dem
„nicht mehr ärgern“ klappt ja mit zunehmenden Alter immer
besser, wenn ich dann in ein paar wenigen Jahren in Rente gehe
verlasse ich die Werkstatt sicher als glücklicher Mensch 🙂

Ich wünsche Euch
allen ein frohes Fest und einen guten Start in das Jahr 2018. Vor
allem: bleibt gesund!