Neulich
rief mich mein Sohn an. Ich habe ja zwei davon, in dem Fall war es
der jüngere. Nach einer kurzen Einleitung sprach er etwa folgendes:
¨Du weißt ja, ich habe öfter mal komische Ideen, von denen sich
dann manche umsetzen lassen und manche nicht. Wenn nicht, ist das
dann auch meistens egal. Jedenfalls habe ich mir überlegt, das…¨

Der
Rest tut hier nichts zur Sache, ich habe mir in dem Moment nur
gedacht ¨Toll, hat das Kind auch was von mir.¨ 🙂

Auf
dem Weg ins Ruhrgebiet fiel mir das Gespräch dann wieder ein. Ich
war mit dem Mopped unterwegs, und anders als im Auto oder Zug höre
ich da nicht Hörbuch während der Fahrt oder sehe Filme (natürlich
nur im Zug…), sondern lasse meinen Gedanken freien Lauf. Und da
kommen mir immer wieder ¨gute¨ Ideen, oder ich überlege mir was
wäre, wenn dies oder jenes im Leben anders gelaufen wäre.

Zum
Beispiel:

Eines
der Dinge, die mich seit meinem ersten Besuch in Namibia vor zwei
Jahren immer mal wieder beschäftigen: ich hätte große Lust, dort
Motorradtouren anzubieten. Ich habe da inzwischen im Kopf ein Konzept
ausgearbeitet, das sich von den anderen paar Anbietern unterscheidet.
Und von dem ich sicher bin, das es funktionieren würde. Das würde
aber bedeuten, mindestens die Hälfte des Jahres in Afrika zu sein.
Und an dem Punkt stelle ich dann fest, das alles gut ist wie es ist,
und das ich eigentlich gar nicht tauschen möchte.

Oder
was mich auch reizt: ein Ex-Kunde von mir, mit dem ich auf Facebook
befreundet bin, fährt gefühlt ständig mit dem Motorrad oder dem
Geländewagen durch Europa und postet Bilder davon. Ich habe keine
Ahnung wie er das finanziert und zeitlich hin kriegt. Aber jedes mal
denke ich mir ¨Prima, der hat alles richtig gemacht¨.

Einer
meiner Standartsprüche meiner Frau gegenüber lautet aktuell:
¨Sobald ich herausfinde, wie man mit reisen Geld verdient, haben wir
ein Problem¨ 🙂

Ist
zwar nicht ganz ernst gemeint, aber da steckt auch wieder ganz viel
¨was wäre wenn¨ drin.

Und
dann stelle ich mir vor, wie es Menschen gehen muss, die mit ihrem
Leben nicht so zufrieden sind wie ich. Weil sie einen Scheiß Job
haben (meiner ist toll). Die nicht gerne von dem Job nach Hause
gehen, weil es da noch schlimmer ist (mein Zuhause ist toll). Die
sich aus irgendeinem Grund dauernd über ihre Kinder aufregen (meine
Kinder sind toll). Die sich fragen, warum sie ausgerechnet den
Menschen geheiratet haben, den sie nun mal haben (meine Frau ist…
Ihr ahnt es schon 🙂 ) Und so weiter. Die müssen doch verrückt
werden, oder?

Ich
glaube, irgendwelchen Träumen nachhängen macht erst dann Spaß,
wenn man mit dem eigenen Leben mindestens so zufrieden ist, wie man
mit diesen Träumen wäre. Das Leben wäre dann vielleicht anders,
aber eben auch nicht besser.

Mit
seinem Leben zufrieden sein ist übrigens gar nicht so schwer, finde ich.
Man muss einfach nur aufhören, die Erwartungen anderer zu erfüllen.
Es gibt ja diesen schönen Satz: „Ich möchte im Alter nicht
feststellen müssen, das ich am Ende des Lebens von jemand anderem
stehe.“

Damit
ist eigentlich alles gesagt….